Veröffentlichung der Norm ISO 14001:2015!

Die Norm ISO 14001:2015 wurde überarbeitet, um die Relevanz zu erhöhen, und integriert das Umweltmanagement nun stärker in die Unternehmensstrategie, den Lebenszyklus und eine harmonisierte Struktur.

Marie Faucon
Consultante HSE
Publication : 
09.11.2015
Inhaltsverzeichnis
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Die Norm ISO 14001, die erstmals 1996 veröffentlicht wurde und deren letzte Überarbeitung aus dem Jahr 2004 stammte, ist eine der international am häufigsten angewendeten Normen im Bereich Umweltmanagement. Die neue ISO 14001 Version 2015 erschien im September. Werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Änderungen.

Gründe für die Überarbeitung der ISO 14001 Version 2015

Alle ISO-Normen werden alle fünf Jahre überprüft, um festzustellen, ob eine Überarbeitung erforderlich ist, damit sie für den Markt aktuell und relevant bleiben.

Wie bereits erwähnt, stammte die letzte Überarbeitung aus dem Jahr 2004. Die Norm ISO 14001 Version 2015 trägt den veränderten sozioökonomischen Anforderungen an Unternehmen Rechnung und ist mit anderen Managementsystemen wie der ISO 9001 kompatibel.

Was sind die wichtigsten Änderungen der ISO 14001 Version 2015?

Die wesentlichen Änderungen betreffen (Quelle: ISO):

  • Die stärkere Einbindung des Umweltmanagements in die strategische Planung der Organisation
  • Ein stärkerer Fokus auf die Rolle der Unternehmensführung
  • Die Einführung proaktiver Initiativen zum Schutz der Umwelt vor Schäden und Beeinträchtigungen, wie die Nutzung nachhaltiger Ressourcen und die Minderung der Auswirkungen des Klimawandels
  • Die Einführung des Konzepts zur Verbesserung der Umweltleistung
  • Die Einführung einer Lebenszyklusperspektive bei der Betrachtung von Umweltaspekten
  • Einführung einer Kommunikationsstrategie

Darüber hinaus folgt die Norm der gemeinsamen Struktur anderer Managementsystemnormen, bei denen dieselben Begriffe und Definitionen verwendet werden.

Die neue sogenannte „HLS“-Struktur

Die HLS (High Level Structure) ist mittlerweile der Standard für alle internationalen Managementnormen.

Sie bietet somit eine gemeinsame Basis:

  • Eine einheitliche, generische Struktur: gleiche Kapitel, gleiche Artikelnummern usw.
  • Identische Einleitungstexte für jeden Artikel in allen Normen
  • Gleiche Anforderungen werden identisch formuliert
  • Ein gemeinsames Glossar mit grundlegenden Begriffen und Definitionen

Hier ist das entsprechende Schema:

Das Umweltmanagement nimmt einen festen Platz in der Strategie und in allen Unternehmensprozessen ein

Der Anwendungsbereich des Umweltmanagementsystems (UMS) muss insbesondere im Hinblick auf die internen und externen Rahmenbedingungen der Organisation begründet werden. Die Bedürfnisse und Erwartungen interessierter Parteien müssen ebenfalls analysiert und bei Bedarf berücksichtigt werden. Zudem muss das Unternehmen seinen Einflussbereich identifizieren und seine Umweltauswirkungen unter Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus bewerten (siehe dazu weiter unten den Punkt zu den Umweltaspekten).

Darüber hinaus ist die Identifizierung und Berücksichtigung von Risiken und Chancen, die sich auf das Erreichen der angestrebten Umweltziele auswirken können, eine neue Anforderung. Das Konzept der präventiven Maßnahmen entfällt zugunsten dieses neuen Ansatzes.

Auch der Prozessgedanke wird nun explizit hervorgehoben, insbesondere im Abschnitt 8: Betrieb.

Gestärkte Rolle der Geschäftsführung

Ähnlich wie bei der ISO 9001 wird die Rolle der Geschäftsführung in den Vordergrund gerückt, damit sie ihren festen Platz im UMS einnimmt. Führung und Engagement bilden nun einen eigenständigen Abschnitt, und die Verantwortung der Geschäftsführung für die Wirksamkeit des UMS wird ausdrücklich gefordert.

Umweltaspekte und -auswirkungen aus der Lebenszyklusperspektive

Die Identifizierung von Umweltaspekten und -auswirkungen muss nun den Lebenszyklus von Aktivitäten, Produkten und Dienstleistungen berücksichtigen. Die ISO 14001:2015 verlangt zwar keine detaillierte Lebenszyklusanalyse, fordert jedoch dazu auf, Aspekte und Auswirkungen aus dieser Perspektive mit geeigneten Methoden zu identifizieren und zu bewerten; das Ziel ist es dabei, unnötig komplexe Prozesse zu vermeiden.

Erweiterte operative Kontrolle

Diese Lebenszyklusperspektive führt ganz natürlich dazu, Umweltaspekte bereits in die Design- und Entwicklungsprozesse einzubeziehen. Darüber hinaus verlangt die Norm, dass das Unternehmen innerhalb seines Einflussbereichs und stets unter diesem Blickwinkel die „Umweltkontrolle“ bei Einkäufen, Subunternehmern (insbesondere im Sinne von „ausgelagerten Prozessen“), Transportwegen sowie am Ende des Lebenszyklus seiner Aktivitäten, Produkte und Dienstleistungen sicherstellt.

Verstärkte Kommunikation

Die neue ISO 14001:2015 schreibt die Implementierung eines kontrollierten Prozesses für die interne und externe Kommunikation vor. Externe Kommunikation wird somit zur Pflicht.

Streben nach Umweltleistung

Der Begriff „Umweltleistung“ hält Einzug und muss bewertet werden. Auch das Konzept der Kennzahlen wird eingeführt. Die Verbesserung der Umweltleistung steht somit nun im Mittelpunkt des Systems.

Wie erfolgt der Umstieg auf die ISO 14001:2015?

Wie üblich wird es eine Übergangsfrist geben, damit zertifizierte Unternehmen von der Version 2004 auf die Version 2015 umstellen können: