VGP – Die wichtigsten regelmäßigen allgemeinen Prüfungen von Arbeitsmitteln und Anlagen

Sind Ihre Arbeitsmittel auf dem neuesten Stand bei den regelmäßigen Prüfungen? Erfahren Sie, welche Anlagen betroffen sind, welche Prüfintervalle vorgeschrieben sind und welche Sanktionen bei Versäumnissen drohen.

Margaux Couble
Consultante HSE
Publication : 
20.10.2026
Inhaltsverzeichnis
Demo anfordern

🔎 Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zahlreiche Arbeitsmittel und Anlagen unterliegen einer obligatorischen regelmäßigen Prüfung, insbesondere Hebezeuge, Aufzüge, elektrische Anlagen, PSA, Druckgeräte, Lüftungsanlagen und Brandschutzeinrichtungen.
  • Die Häufigkeit variiert je nach Ausrüstung, von wenigen Wochen bis zu mehreren Jahren, je nach geltenden Vorschriften.
  • Die Kontrollen können intern durch eine fachkundige Person oder je nach Fall durch eine zugelassene Prüfstelle durchgeführt werden, wobei die Nachweise im Sicherheitsregister zu dokumentieren sind.
  • Die Nichteinhaltung der regelmäßigen allgemeinen Prüfungen (VGP) kann für den Arbeitgeber finanzielle Sanktionen, die Stilllegung der Ausrüstung sowie im Falle eines Unfalls ein erhöhtes strafrechtliches Risiko nach sich ziehen.

Bitte beachten Sie: Dieser Artikel bezieht sich auf die französische Gesetzgebung. Die beschriebenen Anforderungen gelten möglicherweise nicht in anderen Ländern.

‍

Um eine sichere Nutzung zu gewährleisten, unterliegen zahlreiche Arbeitsmittel und Anlagen regelmäßigen allgemeinen Prüfungen. 

Sind Ihre regelmäßigen allgemeinen Prüfungen auf dem aktuellen Stand? Wir geben Ihnen einen Überblick.

Um die Konformität über die Zeit sicherzustellen, schreibt das Arbeitsgesetzbuch die regelmäßige allgemeine Prüfung (VGP) für zahlreiche Anlagen und Arbeitsmittel vor.

1. Wichtigste betroffene Ausrüstungen

Um deren einwandfreie Funktion sowie eine sichere Nutzung zu gewährleisten, unterliegen bestimmte Arbeitsmittel regelmäßigen allgemeinen Prüfungen. Wir betrachten insbesondere folgende Ausrüstungen:

  • Hebezeuge und Hebezubehör
  • Aufzüge und Lastenaufzüge
  • Elektrische Anlagen
  • Maschinen mit spezifischen Risiken
  • Persönliche Schutzausrüstung
  • Türen und Tore
  • Druckgeräte
  • Lüftungs- und Belüftungsanlagen
  • Brandschutz

2. Welche Prüfintervalle gelten für die regelmäßigen allgemeinen Prüfungen (VGP)

Arbeitsmittel / Anlage Prüffrist Gesetzliche Grundlagen
Hebezeuge und Anschlagmittel
6 Monate: mobile Hebezeuge / Hubarbeitsbühnen (MEWP)
12 Monate: ortsfeste Hebezeuge und Zubehör
Französischer Erlass vom 1. März 2004
Aufzüge und Lastenaufzüge
6 Wochen: Wartungsprüfung der Aufzüge
6 Monate: Wartungsprüfung der Aufzüge
12 Monate: Funktionsprüfung und Zustandskontrolle (Aufzüge und Lastenaufzüge)
5 Jahre: sicherheitstechnische Prüfung der Aufzüge
Französisches Bau- und Wohnungsgesetzbuch (CCH), Art. L. 134-1 ff. und Art. R. 134-1 ff.
Elektrische Anlagen
12 Monate (24 Monate, falls bei der letzten Prüfung keine Mängel festgestellt wurden)
Französisches Arbeitsgesetzbuch, Art. R. 4226-1 ff.
Sicherheitsbeleuchtung / Notbeleuchtung
1 Monat: Funktionsprüfung (außer selbstprüfende Systeme)
6 Monate: Autonomieprüfung von mindestens 1 Std.
Französisches Arbeitsgesetzbuch, Art. R. 4226-7 und R. 4226-13
Maschinen mit besonderen Risiken
3 Monate: Pressen, Verdichter / Kompaktierer
12 Monate: Zentrifugen
Französischer Erlass vom 5. März 1993
Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
12 Monate: Auffanggurte, aufblasbare Rettungswesten, Atemschutzgeräte für Evakuierung und Rettungseinsätze in gefährlichen Umgebungen, Filterkartuschen
Französisches Arbeitsgesetzbuch, Art. R. 4323-99 bis 101, R. 4721-12
Französischer Erlass vom 19. März 1993
Leitern, Tritte, Stehleitern, fahrbare Plattformen (PIRL)
Vor Schichtbeginn: Sichtprüfung durch den Bediener
12 Monate: Prüfung des Erhaltungszustands
Gute fachliche Praxis (Best Practice)
Automatische und halbautomatische Tore/Türen
6 Monate
Französischer Erlass vom 21. Dezember 1993
Druckgeräte
4 Jahre: wiederkehrende Prüfung / Inspektion
10 Jahre: wiederkehrende Requalifizierung
Französischer Erlass vom 20. November 2017
Lüftung und Belüftung
12 Monate
6 Monate: bei Umluftsystemen
Französisches Arbeitsgesetzbuch, Art. R. 4222-20
Französischer Erlass vom 8. Oktober 1987
Brandschutz (Feuerlöscher, Wandhydranten, Brandmelder)
12 Monate
Norm NF S 61-919

‍

3) Wer darf diese Prüfungen durchführen

Die regelmäßigen allgemeinen Prüfungen können durchgeführt werden durch:

  • qualifiziertes und kompetentes Personal innerhalb des Unternehmens oder
  • bei bestimmten Geräten zwingend durch eine zugelassene externe Prüfstelle

Die Ergebnisse, Inspektionsberichte und Prüfdaten müssen im Sicherheitsregister des Betriebs festgehalten werden.

‍

4) Welche Sanktionen drohen bei Nichteinhaltung der VGP-Pflicht

Bei einem Verstoß gegen die Pflicht zur Durchführung der VGP droht dem Arbeitgeber ein Bußgeld von 10.000 € pro festgestelltem Verstoß (Artikel L. 4741-1 des Arbeitsgesetzbuches). Dieser Betrag kann mit der Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer multipliziert werden und bei einer erneuten nicht konformen Kontrolle erneut anfallen.

Die Arbeitsaufsichtsbehörde kann zudem die sofortige Stilllegung des nicht geprüften Geräts anordnen.

Im Falle eines Unfalls mit einem nicht geprüften Gerät können schwere strafrechtliche Sanktionen verhängt werden:

  • bei Verletzungen (Arbeitsunfähigkeit von mehr als 3 Monaten): bis zu 30.000 € Geldstrafe und 2 Jahre Freiheitsstrafe
  • im Todesfall: bis zu 45.000 € Geldstrafe und 3 Jahre Freiheitsstrafe
  • unentschuldbares Verschulden des Arbeitgebers: automatische Anerkennung des unentschuldbaren Verschuldens vor der Sozialversicherung, was zu einer Erhöhung der an das Opfer gezahlten Renten sowie zu erheblichen zusätzlichen Entschädigungszahlungen zu Lasten des Unternehmens führt

Schließlich kann der Versicherer die Deckung der Schäden verweigern oder sogar den Versicherungsvertrag kündigen.

📝 Hinweis

Ein Sicherheitsregister in Papierform ist nicht mehr erforderlich.