Homeoffice: 5 bewährte Methoden zur Senkung des CO2-Fußabdrucks Ihres Unternehmens

Richtig umgesetzt kann Telearbeit den CO2-Fußabdruck von Unternehmen verringern. Hier sind einige Maßnahmen, um diesen Effekt zu maximieren!

Camille Leim
Climate consultant
Publication : 
04.05.2021
Inhaltsverzeichnis
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Noch vor wenigen Monaten ein Tabuthema, hat die Gesundheitskrise die Telearbeit in fast allen Unternehmen explodieren lassen – so sehr, dass einige sie nun zum Standard erklärt haben.

Da sie den täglichen Arbeitsweg verkürzt, wird sie ganz natürlich als wirksamer Hebel zur Senkung der CO2-Emissionen eines Unternehmens wahrgenommen.

Doch das ist nicht immer der Fall. Die ADEME hat dazu gerade einen sehr umfassenden Berichtveröffentlicht, der zu dem Schluss kommt, dass Telearbeit zu verschiedenen Anstiegen des Energieverbrauchs führen kann.

Hier ist eine Liste bewährter Verfahren, die Sie in Ihrem Unternehmen einführen können, um sicherzustellen, dass die Telearbeit den CO2-Fußabdruck tatsächlich verringert.

1. Analysieren Sie, wie Ihre Mitarbeiter täglich zur Arbeit kommen

Ja, für diesen ersten Schritt ist etwas Arbeit gefragt.

Denn wenn Sie Telearbeit verstärkt zur Emissionsreduzierung einsetzen möchten, ist es entscheidend, zunächst die CO2-Bilanz der täglichen Arbeitswege Ihrer Mitarbeiter zu quantifizieren.

Der wichtigste positive Effekt der Telearbeit auf die CO2-Bilanz liegt in der Reduzierung der Emissionen durch den täglichen Arbeitsweg. Die Herausforderung besteht also darin, sicherzustellen, dass die durch den Wegfall der Pendelstrecken eingesparten Emissionen höher sind als der Anstieg der Emissionen, der durch die Einführung der Telearbeit entsteht.

Wenn die Mehrheit Ihrer Mitarbeiter mit dem Auto kommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Telearbeit Ihren CO2-Fußabdruck verringert.

Wenn jedoch die Mehrheit Ihrer Mitarbeiter zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit der Bahn ins Büro kommt, könnte Telearbeit Ihre Emissionen sogar erhöhen.

Es gibt jedoch einen Fall, in dem diese Regeln möglicherweise nicht gelten: wenn Ihr Arbeitgeber die Bürogröße an die Anzahl der Mitarbeiter vor Ort bzw. im Homeoffice anpasst. Darauf gehen wir weiter unten ein!

2. Erstellen Sie einen länderspezifischen Telearbeitsplan

Einer der stärksten Rebound-Effekte der Telearbeit ist der von der ADEME sogenannte „Wohnungseffekt“. Dabei handelt es sich um den Anstieg des Stromverbrauchs im Haushalt, der auf die berufliche Tätigkeit des Mitarbeiters zurückzuführen ist.

Die Arbeit von zu Hause aus führt zu einem Mehrverbrauch durch Heizung, Beleuchtung, Internet, elektrische Geräte usw. Die ADEME schätzt, dass Telearbeit zu einem Anstieg des Stromverbrauchs um 7,5 kWh pro Tag führt.

Da der Strommix jedoch von Land zu Land unterschiedlich ist, finden Sie hier die CO2-Auswirkungen dieses „Rebound-Effekts“ nach Ländern:

- Frankreich: + 20,7 kg CO2e pro Tag
- Deutschland: + 167,1 kg CO2 pro Tag
- China: + 278,7 kg CO2 pro Tag!

Die Auswirkungen von Homeoffice auf den CO2-Fußabdruck variieren daher je nach Land.

Wohn-Effekt nach Land (kgCO2e/Jahr)

3. Videokonferenzen reduzieren

Als unverzichtbares Werkzeug im Homeoffice beanspruchen Videokonferenzen die Server stark, was viel Energie verbraucht. Dadurch entstehen zwangsläufig Treibhausgasemissionen.

Laut einer Studie von Thierry Leboucq aus dem Jahr 2020 verursacht eine Minute Videokonferenz etwa 1 g CO2.

Die Unterschiede zwischen der Nutzung mit und ohne Video sind jedoch erheblich, da Videokonferenzen ohne Video im Durchschnitt 2- bis 3-mal weniger CO2 verursachen (abhängig von der verwendeten Anwendung).

Kurz gesagt: Schalten Sie bei kleinen täglichen Meetings ruhig die Kamera aus!

Energieverbrauch von Videokonferenz-Anwendungen (Audio / Audio + Video)

4. Lebensdauer der IT-Ausrüstung verlängern oder auf generalüberholte Geräte umsteigen

Um den Mitarbeitern im Homeoffice optimalen Komfort zu bieten, haben Unternehmen nicht gezögert, in IT-Ausstattung zu investieren.

Einer Studie von BNP Paribas 3 Step IT zufolge haben 83 % der französischen Unternehmen während der Gesundheitskrise zusätzliche Hardware angeschafft. Zudem wird die Verbreitung von Homeoffice dazu führen, dass bestimmte Komfort-IT-Geräte (zweiter Bildschirm, ergonomischer Stuhl usw.) doppelt vorhanden sein werden.

Um diese Auswirkungen zu minimieren, ist die Verlängerung der Lebensdauer Ihrer IT-Ausrüstung einer der effektivsten Hebel. Hierfür können Sie auf eine systematische Reparatur Ihrer Systeme setzen (viele IT-Anbieter bieten diese Option an) oder sich für einen Anbieter von generalüberholter IT-Hardware entscheiden.

Dieser Rat gilt übrigens auch außerhalb des Homeoffice. 😉


5. Auf "Flex Office" setzen

Unter Flex Office verstehen wir alle Lösungen wie "Büro auf Abruf".

Ihre Mitarbeiter arbeiten zu 50 % im Homeoffice? Warum sollten Sie 100 % Ihrer ursprünglichen Bürofläche behalten? Sie könnten in Erwägung ziehen, Ihre Fläche um 50 % zu reduzieren und die verbleibenden 50 % an ein anderes Unternehmen zu vermieten, das ebenfalls zu 50 % im Homeoffice arbeitet.

Solche Lösungen sind zwar noch ein Nischenphänomen, befinden sich jedoch im Aufschwung und stellen laut ADEME die effektivste Methode dar, um die positiven Effekte des Homeoffice zu maximieren.

Die Umsetzung erfordert jedoch einen gewissen Aufwand, da es für viele Unternehmen einen Umzug und einen kulturellen Wandel bedeutet. Zudem ist eine gute Organisation erforderlich, da das Unternehmen die Zeitpläne der Mitarbeiter und die verfügbaren Büroflächen effizient verwalten muss.

Geschafft! Wenn Sie das alles umsetzen können, ist das bereits ein großer Erfolg. 👏

Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, falls Sie Fragen zu diesem Artikel haben!