ISO 50001 zur Kontrolle oder Senkung Ihrer Energiekosten

Die Norm ISO 50001 basiert auf dem PDCA-Zyklus und unterstützt Unternehmen dabei, ihre Energiekosten und ihren Energieverbrauch zu senken. Zudem bietet sie großen Unternehmen eine Befreiung von der Energieauditpflicht.

Marie Faucon
Consultante HSE
Publication : 
07.09.2015
Inhaltsverzeichnis
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Die Vorteile, die sich aus der Einführung eines Energiemanagementsystems nach der Norm ISO 50001 ergeben, sind vielfältig.

Zum Beispiel:

  • Senkung der Energiekosten
  • Steigerung der Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit
  • Verringerung der Abhängigkeit von Entwicklungen auf dem Energiemarkt und Sicherung der Energieversorgung
  • Bessere Vorbereitung auf künftige gesetzliche Anforderungen in Bezug auf Energie und Treibhausgasemissionen (THG)
  • Die Möglichkeit für Großunternehmen und mittelständische Unternehmen, sich von derEnergieauditpflicht alle 4 Jahre befreien zu lassen (Diese Regelung gilt nicht für KMU mit weniger als 250 Mitarbeitern und/oder einem Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. € oder einer Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. €)
  • Der Beitrag zum Umweltschutz

Ein letzter, finanziell nicht zu unterschätzender Vorteil: Energiesparmaßnahmen, die im Rahmen einer ISO 50001-Zertifizierung umgesetzt werden, führen zur Ausstellung von bonifizierten Energieeinspar-Zertifikaten (CEE) für Energieversorger (Strom-, Gas-, Wärme-/Kälte-, Heizöl- oder Kraftstofflieferanten). Diese sind verpflichtet, bei ihren Kunden ein Mindestmaß an Energieeinsparungen zu erzielen oder erzielen zu lassen, andernfalls drohen finanzielle Sanktionen.

Indem der Energieversorger zertifizierte ISO 50001 Unternehmen bei der Umsetzung von Energiesparmaßnahmen an ihren Industriestandorten oder in ihren Bürogebäuden unterstützt, profitiert er von einer Bonifizierung der CEE für die eingesparten kWh. Folglich erhöht sich dadurch sein finanzieller Beitrag zur Umsetzung des Projekts.

Die Norm ISO 50001 im Überblick

Die Norm ISO 50001 definiert einen Rahmen und Leitlinien für die Implementierung eines Energiemanagementsystems nach dem PDCA-Modell (Planen – Umsetzen – Überprüfen – Handeln/Verbessern). Der PDCA-Zyklus wird bereits in Qualitätsmanagementsystemen (ISO 9001), Umweltmanagementsystemen (ISO 14001) sowie im Arbeits- und Gesundheitsschutz (OHSAS 18001 und künftig ISO 45001) angewendet.

Zusammenfassend muss das Unternehmen auf Basis einer energetischen Bewertung und der geltenden gesetzlichen Anforderungen seine Referenzverbräuche und wesentlichen Energieeinsatzbereiche definieren, Ziele und Zielvorgaben in Aktionsplänen festlegen sowie die Leistungsentwicklung anhand von Kennzahlen und einem Energiemessplan überwachen.

Die ISO 50001 kann somit eigenständig umgesetzt oder in bereits bestehende Managementsysteme des Unternehmens integriert werden.

ISO 50001: Die Besonderheiten

Die Struktur der ISO 50001 ist mit derjenigen der ISO 14001 oder OHSAS 18001 vergleichbar. Die Norm ISO 50001 weist jedoch einige bemerkenswerte Besonderheiten auf:

  • Das Engagement der Geschäftsführung bei der Implementierung des EnMS wird in einem eigenen Kapitel (4.2.1) stärker hervorgehoben.
  • Die Planung von Anlagen, Ausrüstungen oder Prozessen, die einen wesentlichen Einfluss auf die energetische Leistung haben können, muss zwingend in das EnMS einbezogen werden (Kapitel 4.5.6) – eine Anforderung, die die ISO 14001 so nicht stellt.
  • Ein spezifisches Kapitel (4.5.7) regelt die energiebezogenen Beschaffungsvorgänge. Es schreibt insbesondere vor, Spezifikationen für den Energieeinkauf zu definieren und Kriterien für die energetische Bewertung bei der Anschaffung bestimmter energieverbrauchender Produkte, Ausrüstungen oder Dienstleistungen festzulegen.
  • Die Norm ISO 50001 ist ergebnisorientiert und nicht nur auf die Mittel ausgerichtet. Sie verlangt daher, die Entwicklung der energetischen Leistung mit den Referenzverbräuchen zu vergleichen, die aus der anfänglichen energetischen Bewertung abgeleitet wurden (Kapitel 4.4.4 und 4.4.5). Zudem müssen die Methoden zur Überprüfung der Ergebnisse von Aktionsplänen und deren Auswirkungen auf die Verbesserung der energetischen Leistung beschrieben werden (Kapitel 4.4.6).

Und wie steht es um die energetische Rechtskonformität?

Ebenso wie die ISO 14001 oder OHSAS 18001 erfordert die ISO 50001 die Einrichtung einer spezifischen Überwachung der Rechtsvorschriften, um:

  • die für das EnMS relevanten gesetzlichen Anforderungen zu identifizieren und umzusetzen (§ 4.4.2)
  • die Konformität mit diesen gesetzlichen Anforderungen zu bewerten (§ 4.6.2).

Die im Rahmen der ISO 50001 durchgeführte Überwachung der energetischen Rechtsvorschriften muss es dem Unternehmen ermöglichen, Änderungen aller Vorschriften zu identifizieren und zu verfolgen, die mit seinen „Energieeinsatzbereichen“ (z. B. Lüftung, Beleuchtung, Heizung, Kühlung, Produktionsprozesse...), seinem „Energieverbrauch“ (= Menge der genutzten Energie) oder seiner „Energieeffizienz“ (= Verhältnis von Ergebnis zu Energieeinsatz) in Zusammenhang stehen.

Unternehmen, die bereits eine Überwachung der Umweltvorschriften im Rahmen eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 durchführen, decken aufgrund der Überschneidungen der Anwendungsbereiche bereits einen Teil der energetischen Rechtsüberwachung ab (z. B. Vorschriften zu Treibhausgasemissionen, Heiz- und Klimaanlagen, Lichtverschmutzung oder spezifische industrielle Anlagen, die mit Energieerzeugung/-verbrauch verbunden sind).

In geringerem Maße gilt dies auch für die Überwachung der Sicherheitsvorschriften, wie sie im Rahmen der OHSAS 18001 erfolgen kann. Beispiele: Bestimmungen des Arbeitsrechts zu Beleuchtungs- oder Lüftungsanforderungen in Arbeitsräumen, Verordnungen zu Druckluft und Dampf sowie allgemeiner Texte zu Druckgeräten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die methodische Organisation einer regulatorischen Überwachung gemäß derISO 50001 nicht von der unterscheidet, die im Rahmen der ISO 14001 oder OHSAS 18001 durchgeführt wird.

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