Kommunikation: 5 Regeln, um nicht in die Greenwashing-Falle zu tappen

Sie möchten über Ihre Maßnahmen zur Reduzierung Ihres CO2-Fußabdrucks berichten? Hier ist ein kurzer Leitfaden, der Ihnen dabei hilft.

Astrid Serre
Climate consultant
Publication : 
30.06.2021
Inhaltsverzeichnis
Demo anfordern

In einer Zeit, in der das Klima für über 80 % der Franzosenzu einem wahlentscheidenden Faktor geworden ist, sind Unternehmen, die ihren CO2-Fußabdruck aktiv angehen, natürlich versucht, dies auch zu kommunizieren.

Ob es darum geht, die Marke oder Produkte und Dienstleistungen bei Kunden hervorzuheben oder neue Talente zu gewinnen: Ankündigungen zum Klimaschutz nehmen zu – mit mehr oder weniger großem Erfolg.

In den letzten Jahren stoßen manche Kommunikationsmaßnahmen zum Thema CO2 auf Widerstand. Das haben bereits einige Unternehmen erfahren müssen. Solche Kommunikationsversuche, die eigentlich Engagement zeigen sollen, schlagen oft ins Gegenteil um, da die Öffentlichkeit den Unternehmen "Greenwashing"vorwirft. Dieses Greenwashing ist mittlerweile gesetzlich verboten (Loi Climat et Résilience).

Um solche Szenarien zu vermeiden, finden Sie hier eine Liste von Regeln, die Sie bei jeder Kommunikation zum Thema CO2 anwenden sollten, um nicht in die Kritik der Öffentlichkeit zu geraten. 


1. Verzicht auf den Begriff „klimaneutral“

Wie wir bereits in unserem Artikel zur Klimaneutralitäterwähnt haben, sollte dieser Modebegriff in Ihrer Kommunikation mit großer Vorsicht verwendet werden.

Die Formulierung „klimaneutral“, die leider immer noch von vielen Unternehmen fälschlicherweise verwendet wird, ist ein Konzept, das nur auf globaler oder nationaler Ebene gemessen werden kann. Auf Unternehmensebene ist es im Grunde genommen bedeutungslos.

Sie wurde von Unternehmen häufig aufgrund eines weit verbreiteten Irrtums verwendet:

„Wenn ich meine gesamten Emissionen kompensiere, bin ich klimaneutral.“

In Wirklichkeit können Unternehmen zur Klimaneutralität „beitragen“, indem sie ihre Emissionen reduzieren und die verbleibenden Emissionen durch Vermeidungs- oder Negativprojekte ausgleichen.

Daher ist es besser, über die CO2-Bilanz, die Emissionsreduktion und die Kompensationsprojekte zu kommunizieren, in die das Unternehmen investiert hat.

 

2. Belegen Sie Ihre Zahlen immer

Die Bilan Carbone ist eine fundierte Methodik

Sie machen eine positive Aussage zum Thema CO2? 

Vergessen Sie nicht, Ihre Behauptungen zu belegen.

Manche Unternehmen kommunizieren bisweilen überraschende Informationen zu ihrer ökologischen Leistung, ohne diese zu begründen. Diese Ankündigungen beziehen sich meist auf den CO2-Fußabdruck eines vom Unternehmen verkauften Produkts oder einer Dienstleistung.

Da CO2-Berechnungsdaten öffentlich zugänglich sind, ist es für Fachleute recht einfach, Größenordnungen zu bestimmen und Ihre Zahlen zu hinterfragen. Sollten sich diese als unrealistisch erweisen, riskieren Sie einen sofortigen Vertrauensverlust.

Untermauern Sie Ihre Kommunikation daher so gut wie möglich mit Zahlen.

3. Bilan Carbone: Seien Sie bei der verwendeten Methodik so transparent wie möglich

Sie haben gerade Ihre CO2-Bilanzerstellt. Glückwunsch! Das ist ein wichtiger erster Schritt.

Einige Grundregeln, wenn Sie erfolgreich über Ihre CO2-Bilanz kommunizierenmöchten:

  • Listen Sie die verwendeten Emissionsfaktoren auf.
  • Wenn Sie mit einem Dienstleister oder einer SaaS-Lösung gearbeitet haben, erwähnen Sie dies, um Ihre Analyse glaubwürdiger zu machen.
  • Geben Sie immer die verwendete Methodik und den Umfang der Studie an (Welche Länder? Welche Scopes? Gibt es Elemente, die in Ihrer CO2-Bilanz nicht berücksichtigt wurden, wie z. B. die Nutzung Ihres Produkts durch Kunden usw.?)
  • Veröffentlichen Sie die Bilanz auf der Website der ADEME und/oder stellen Sie sie auf Ihrer eigenen Website zur Verfügung.

4. Kommunizieren Sie vorrangig über Ihre Emissionsreduzierungen und Ihren Aktionsplan

Vorsicht vor Greenwashing!

Eine weitere sehr einfache Regel, die Sie im Hinterkopf behalten sollten:

Da Kohlenstoffsenken von Natur aus physisch begrenzt sind, wird die CO2-Kompensation nicht ausreichen, um den durch menschliche Aktivitäten verursachten CO2-Überschuss zu absorbieren.

Das Beste, was Sie als Unternehmen tun können, ist daher: Ihre Emissionen zu reduzieren. Daher ist dies der Aspekt, unter dem Ihre Kommunikation am glaubwürdigsten ist.

Sie können jedoch sicher sein, dass Ihre Ankündigung genau unter die Lupe genommen wird und die Leute nach Belegen fragen werden.

Hier ist die Liste der Daten, die Sie immer angeben sollten, wenn Sie über die Entwicklung Ihres CO2-Fußabdrucks kommunizieren:

  • Die Entwicklung der Emissionen in absoluten Werten, und zwar auch dann, wenn Sie bereits die Entwicklung Ihrer CO2-Effizienz (in tCO2e pro Mio. €, VZÄ usw.) angegeben haben.
  • Geben Sie an, welche Maßnahmen zu dieser Entwicklung geführt haben und warum (Handelt es sich um die Senkung eines Emissionspostens? Um den Ersatz eines Emissionspostens durch einen emissionsärmeren? Oder hat ein Lieferantenwechsel und damit ein anderer Emissionsfaktor zu diesem Rückgang geführt?)
  • Schließlich: Liefern Sie so viele Zahlen wie möglich,im Rahmen der Vertraulichkeit.

Solche fundierten Mitteilungen zeugen von Ihrer Ernsthaftigkeit in diesem Bereich und maximieren die positiven Auswirkungen, insbesondere in einer Zeit, in der die große Mehrheit solcher Ankündigungen vage bleibt.

5. CO2-Kompensation

Die Kommunikation über CO2-Kompensation ist wahrscheinlich am heikelsten. Tatsächlich haben einige Unternehmen den Kompensationsmechanismus missbraucht, um sich von echten Anstrengungen beim Klimaschutz freizukaufen. 

Diese Art von Vorgehen ist heute hinlänglich bekannt und wird von der Öffentlichkeit sofort abgestraft.

Doch trotz des negativen Images, das ihr oft anhaftet, bleibt die Investition in Kompensationsmaßnahmen ein wirksames Mittel zur Entwicklung von Kohlenstoffsenken.

Achten Sie jedoch darauf, Ihre Projekte sehr sorgfältig auszuwählen und sich von einem anerkannten Akteur begleiten zu lassen, denn im Bereich der Kompensation gibt es alles, auch Betrug.

Wenn Sie über Ihre Kompensationsmaßnahmen kommunizieren, sollten Sie daher niemals Folgendes vergessen:

  • Nennen Sie konkret die Projekte, in die Sie investiert haben
  • Geben Sie Details zum Projekt an: In welchem Land? Welche Art von Projekt? Größenordnung des Preises pro Tonne? Warum haben Sie sich dafür entschieden?
  • Nennen Sie den Dienstleister, über den Sie gegangen sind, sowie die mit den Projekten verbundenen Labels und Zertifizierungen
  • Vermeiden Sie es schließlich, nur über Kompensation zu kommunizieren. Verknüpfen Sie diese mit einer Kommunikation über die Reduzierung Ihrer Emissionen oder Ihre CO2-Bilanz

Haben Sie weitere Empfehlungen zur Kommunikation rund um CO2-Emissionen?

Teilen Sie uns diese gerne mit!