Überarbeitung der Norm ISO 14001: Welche Änderungen bringt diese neue Ergänzung mit sich?

Zehn Jahre nach der letzten Version der Norm ISO 14001 ist eine neue Überarbeitung erforderlich, um sie im Hinblick auf aktuelle ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen verständlicher und kohärenter zu gestalten. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über den Inhalt und den Zeitplan dieser Änderung.

Juliette Virly
Consultante HSE
Publication : 
10.04.2025
Inhaltsverzeichnis
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Zehn Jahre nach der letzten Version der Norm ISO 14001 ist eine neue Überarbeitung erforderlich, um sie im Hinblick auf aktuelle ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen verständlicher und kohärenter zu gestalten.

Hintergrund der Überarbeitung

Diese Überarbeitung erfolgt in Form eines Änderungsblatts, es handelt sich also um eine partielle Revision der Norm. Ziel ist es, die Struktur der Norm verständlicher und klarer zu gestalten, ohne neue Anforderungen hinzuzufügen. Ein Änderungsblatt dient dazu, technische Bestimmungen einer bestehenden Norm zu ergänzen oder anzupassen, ohne diese vollständig zu ändern oder neue Vorschriften einzuführen. Im Gegensatz dazu würde eine Revision eine vollständige Überarbeitung der Norm bedeuten.

Die Veröffentlichung der neuen Version, die auch das Änderungsblatt vom Februar 2024 enthält, soll jedoch als konsolidierte Fassung erfolgen: ISO 14001:2025.

Inhalt der Änderung

Zunächst integriert das Kapitel zum Kontext neue Themen wie Biodiversität, Wasser, Bodenversiegelung und natürliche Ressourcen. Ziel ist es, die Bedeutung der Berücksichtigung dieser Umweltaspekte sowie der wechselseitigen Auswirkungen zwischen der Organisation und ihrem Ökosystem hervorzuheben. Es geht also darum, nicht nur den Einfluss der Organisation auf die Umwelt zu analysieren, sondern auch zu untersuchen, wie das Ökosystem auf die Organisation einwirkt.

Der Begriff der Lebenszyklusperspektive wird präzisiert, um Umweltaspekte und -auswirkungen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg besser zu berücksichtigen, was zu einer genaueren Umweltanalyse und einer verbesserten operativen Kontrolle führen soll. Zudem wurde das Kapitel zur Planung neu strukturiert, um die Schnittstelle zwischen dem Risiko- und Chancenmanagement und den Umweltaspekten zu optimieren. Diese Neuordnung soll den Ansatz kohärenter gestalten, indem von den Umweltaspekten ausgegangen wird, der Kontext sowie Risiken und Chancen einbezogen werden und diese Elemente anschließend in Bezug gesetzt werden, um die Umweltpolitik zu definieren.

Hinsichtlich der externen Kommunikation unterstreicht das Änderungsblatt die Bedeutung einer transparenten Kommunikation mit den Stakeholdern. Diese Anforderungen wurden angepasst, um sie mit den Verpflichtungen aus der CSRD in Einklang zu bringen.

Die Anforderungen an die Einhaltung von Verpflichtungen wurden gelockert. In der neuen Version soll die Organisation die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen anstreben, anstatt ein Ziel von 100 % Konformität erreichen zu müssen.

Darüber hinaus wird der Begriff der ausgelagerten Prozesse durch „Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen, die von externen Anbietern oder Lieferanten bereitgestellt werden und für die angestrebten Ergebnisse des Umweltmanagementsystems relevant sind“ ersetzt.

Schließlich wurde eine neue Klausel zur Planung und zum Management von Veränderungen integriert.

Zeitplan für die Umsetzung

Die partielle Überarbeitung der Norm ISO 14001 begann im Jahr 2023 mit dem Ziel einer Veröffentlichung innerhalb von 24 Monaten.

Die neue Version soll im Oktober 2025 veröffentlicht werden. Es dürfte sich dabei um eine konsolidierte Fassung der Norm handeln: ISO 14001:2025.

Das Änderungsblatt ist unmittelbar anwendbar, hat jedoch keine Auswirkungen auf bestehende Zertifizierungen, da keine neuen Anforderungen gestellt werden. Dennoch ist es möglich, dass eine Übergangsfrist eingeführt wird, um ausreichend Zeit zu geben, sich mit den Änderungen vertraut zu machen.

Zeitplan für die Umsetzung der ISO 14001