Abfalllagerung: Wie sieht es mit der Rückverfolgbarkeit aus?

Für Industrieunternehmen ist eine effiziente Lagerung gefährlicher Abfälle von entscheidender Bedeutung. Dafür müssen sie deren Gefahrenpotenzial und Rückverfolgbarkeit besser kennen.

Marie Faucon
Consultante HSE
Publication : 
15.01.2020
Inhaltsverzeichnis
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Das Management der Lagerung von Abfällen stellt Industrieunternehmen vor Herausforderungen. Während die Lagerung gefährlicher Rohstoffe meist gut kontrolliert wird (dank ERP-Software), stellt sich die Frage: Wie gut kennen Sie die Mengen und die Gefährlichkeit Ihrer gelagerten Abfälle?

Die Abfalllagerung im Blick behalten

Um Risiken für Mitarbeiter vorzubeugen und die Umwelt zu schützen, ist fundiertes Wissen über folgende Punkte unerlässlich:

  • die Gefährlichkeit der gelagerten gefährlichen Abfälle,
  • die an den jeweiligen Lagerorten gelagerten Mengen,
  • die Risiken im Falle eines Brandes.

Diese Informationen sind nicht nur für die Präventionsarbeit wertvoll, sondern im Brandfall auch für die Einsatzkräfte unverzichtbar.

Darüber hinaus können diese Informationen für Unternehmen, die unter die Gesetzgebung für genehmigungspflichtige Anlagenfallen, von den Behörden (Präfektur) zwingend vorgeschrieben werden.

Die Herausforderungen der Rückverfolgbarkeit meistern

Noch immer haben Unternehmen Schwierigkeiten, zuverlässige Informationen zu erfassen und weiterzugeben.

Die erste Hürde liegt in der Charakterisierung gefährlicher Abfälle. Sie bestehen oft aus verschiedenen Rückständen, deren Gefährlichkeit (Entflammbarkeit, Toxizität usw.) schwer einzuschätzen ist. Im Gegensatz zu chemischen Produkten gibt es für gefährliche Abfälle kein Sicherheitsdatenblatt (SDB). Dennoch bieten das Abfallidentifikationsblatt (FID) und die Voranalysen, die von Entsorgungszentren zur Annahme gefährlicher Abfälle durchgeführt werden, wertvolle Anhaltspunkte, um deren Gefahrenpotenzial besser einschätzen zu können.

Eine zweite Schwierigkeit ergibt sich aus der Vielzahl der Abfalllagerorte. Nur wenige Betriebe sammeln ihre gesamten Abfälle an einem einzigen dafür vorgesehenen Ort. Die bevorstehende Digitalisierung der Abfallnachverfolgung scheint jedoch dank der Einführung der staatlichen Plattform Trackdéchets in greifbare Nähe zu rücken.

Schließlich ist es schwierig, die gelagerten Mengen nach Gefahrenkategorien zu einem bestimmten Zeitpunkt genau zu erfassen. Einerseits sind die Abfallbehälter nicht immer vollständig gefüllt (Beispiel: IBC* mit 1000 Litern Fassungsvermögen, die nur 600 Liter Altöl enthalten), was die Bestandsaufnahme erschweren und zu Fehlern führen kann. Andererseits sind die Abfallbewegungen (Entstehung und Entsorgung) zahlreich und daher nur schwer nachzuverfolgen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es angesichts der Herausforderungen für viele Unternehmen notwendig ist, eine entsprechende Organisation und/oder Abfallmanagement-Software einzuführen, um die Rückverfolgbarkeit der Abfalllagerung zu verbessern.

* IBC: Intermediate Bulk Container